Kompostieren
Kompostieren Sie!
Verwerten Sie Ihre Küchen- und Gartenabfälle. Kompostieren Sie! Sie helfen damit, Abfall zu vermeiden und erhalten wertvolle Blumen- und Gartenerde.
Wir haben für Sie eine Reihe nützlicher Tipps zusammengestellt:
1. Was braucht's zum Kompostieren?
2. Was darf in den Kompost?
3. Was passiert im Kompost?
4. Wohin mit dem Rasenschnitt?
5. Pflege des Kompostes
6. Engerlinge im Kompost
7. Verwendung des Kompostes
8. Erdmischung mit Kompost
9. Kompostprobleme
10. Laubkompost
11. Häckseln
1. Was braucht's zum Kompostieren?
Zur Grundausstattung eines Kompostplatzes gehören:- ein gegen Witterungseinflüsse geschützter Sammelbehälter mit Deckel
- ein bis zwei weitere Behälter oder ein freier Platz zur Umschichtung des Komposts
- etwas Platz zum Aussieben des Kompostes
- Spaten
- Stechgabel
- Schaufel
- Besen
- Spaltstock
- Gertel
- evtl. ein Kompostvlies
- evtl. einen Schubkarren
Steinmehl und Strukturmaterial (z.B. Häcksel) benötigen Sie zur Verarbeitung des Kompostes.
2. Was darf in den Kompost?
Problemlos kompostiert werden können Garten- und Küchenrüstabfälle wie:- Obst- und Gemüsereste
- Zitrusfrüchte
- Kaffeesatz und Teebeutel
- Blumensträusse
- Topfpflanzen
- Nussschalen
- Wollreste
- Haare
- Federn
- Eierschalen
- Mist von pflanzenfressenden Kleintieren.
Alles fingerlang zerkleinern, Schalen gut zerdrücken und Fremdmaterialien wie Papier, Draht, Plastik etc. entfernen. Beim Einfüllen in den Sammelbehälter vermischen Sie das neue Material mit der obersten, bereits älteren Schicht. So beginnt die Zersetzung schneller.
3. Was passiert im Kompost?

Abbauphase:
In den ersten Tagen vermehren sich in frischem Kompostmaterial unzählige sauerstoffliebende Pilze und Bakterien. Durch die enorme Aktivität dieser Kleinstorganismen erwärmt sich der Kompost bis auf 50ºC oder mehr.
Umbauphase:
Weitere Pilze zerlegen die schwer abbaubaren Stoffe. Die Temperatur nimmt langsam ab und der Kompost sinkt in sich zusammen.
Aufbauphase:
Spezialisten wie Fadenwürmer, Asseln, Springschwänze und Tausendfüssler zerkleinern und vermischen das vorkompostierte Material. Sie fressen es und scheiden Unverdaubares aus, welches von Pilzen und Bakterien verarbeitet wird.
Reifephase:
Kompostwürmer scheiden wertvolle Krümel aus. Grundbausteine für guten Boden. Regenwürmer lockern den Kompost weiter auf.
4. Wohin mit dem Rasenschnitt?
Frischer Rasenschnitt ist feuchtes, nährstoffreiches Material ohne Strukturanteil. Reiner Rasenkompost entwickelt eine enorme Abbauaktivität. Er wird sehr warm und klebt schnell zusammen. Die Gefahr besteht, dass er zu faulen beginnt.Lassen Sie Rasenschnitt antrocknen, dann lässt er sich leichter kompostieren. Mischen Sie Strukturmaterial, wie Holzhäcksel, Stroh oder Laub zu.
Mulchen statt Kompostieren:
Verwenden Sie den Rasenschnitt als lockere 0.5 bis 2 Zentimeter dicke Abdeckung unter Sträuchern, Beeren oder auf Gartenbeete. Oder schneiden Sie den Rasen in kurzen Intervallen und lassen Sie das kurze Schnittgut fein verteilt auf dem Boden liegen. Mulchen schützt vor Austrocknung und bietet Bodenlebewesen einen guten Unterschlupf.
5. Pflege des Kompostes
Umsetzen:
Während der Verrottung setzt sich der Komposthaufen.
Durch Umschichten des angesammelten Materials in einen neuen Behälter oder auf einen neuen Haufen («Miete» oder «Walm» genannt) wird das Material nochmals aufgelockert und der Abbauprozess läuft von neuem ab. So kann der Kompost zu Komposterde ausreifen.
Unbeliebte Besucher:
Beim Umarbeiten des Kompostes können wir Untermieter finden, die Wärme oder Nahrungsangebot genossen haben. Neben nützlichen Gästen wie Blindschleichen, Igeln und Spitzmäusen kann sich auch einmal eine Ratte einschleichen. Dagegen können Sie Ihren Kompost von oben mit einer Gitterabdeckung schützen. Den Boden des Behälters füllen Sie mit einer Steinschicht und legen ein Gitter darauf, bevor Sie den Kompost einfüllen.
6. Engerlinge im Kompost
Als Engerlinge gelten alle C-förmig gekrümmten Käferlarven aus der Familie der Blatthorn- und Hirschkäfer. Die wegen ihrer Frassschäden an Wurzeln gefürchteten Engerlinge des Maikäfers sind heute bei uns so selten geworden, dass man sich über einen solchen Gast eigentlich wieder freut. Am häufigsten finden Sie die Larven der goldgrünglänzenden Rosenkäfer (harmlose Pollenfresser) im Kompost. Bei einem Engerling kann es sich aber auch um die Larve eines Hirschkäfers oder gar eines Nashornkäfers handeln. Anstatt Engerlinge zu vernichten, könnten Sie einen zweiten kleinen Komposthaufen anlegen, ihm morsche Holzstücke beimengen und dort die Engerlinge sich ungestört entwickeln lassen. So können Sie sich später an den interessanten und schönen Käfern freuen.7. Verwendung des Kompostes
Je nach Verwendungszweck können Sie Ihren Kompost nach 2 bis 12 Monaten aussieben und gebrauchen.
Frischkompost:
Der 2 bis 6 Monate junge Kompost enthält noch viele frei verfügbare Pflanzennährstoffe und kann als Volldünger für stark zehrende Pflanzen verwendet werden. Nicht im Wurzelbereich einsetzen und nur oberflächlich einarbeiten!
Nach 6 bis 12 Monaten erreicht der Kompost seine volle Reife. Er besteht dann aus stabilen Krümeln und ist walderdeähnlich. Er kann auch bei empfindlichen Kulturen als Langzeitdünger eingesetzt werden und ist zur Erdmischung, z. B. Blumentopferde geeignet. Je älter der Kompost, umso mehr übernimmt er die Funktion eines Bodenstrukturverbesserers und weniger die eines Düngers.
8. Erdmischung mit Kompost
Topfblumenmischung:- 50% Reifkompost
- 30% Sand
- 20% Gartenerde oder Komposterde (ca. eineinhalbjährig)
- 50% Reifkompost
- 40% Garten- oder Komposterde
- 10% Sand
- etwas Hornmehl oder -späne
- 30% Reifkompost (gesiebt)
- 30% Sand
- 40% Garten- oder Komposterde
9. Kompostprobleme
Kompost zu trocken:Stellen Sie die Konsistenz Ihres Kompostes fest, indem Sie eine handvoll zusammendrücken. Sollte der Kompost auseinanderbröckeln, ist er zu trocken. Lassen Sie in den Sommermonaten in der Nacht die Abdeckung offen, damit der Tau dem Kompost Feuchtigkeit zuführt. Im Extremfall können Sie etwas giessen.
Kompost zu nass:
Damit Ihr Kompost nicht nasse Füsse bekommt, achten Sie bereits bei der Standortwahl auf eine geschützte Lage. Sollte er trotzdem vernässt sein, mischen sie trockenes Häckselgut oder anderes Strukturmaterial bei. Wenn zuviel feuchtes Material zugeführt wurde, streuen Sie Steinmehl darüber. Das vertreibt zudem die kleinen Fruchtmücken.
10. Laubkompost
Kompostieren Sie kleinere Laubmengen zusammen mit Garten- und Küchenabfällen. Grössere Mengen können Sie trocken überwintern und fortlaufend als Struktur-material Ihrem Kompost beifügen. Wollen Sie einen reinen Laubhaufen kompostieren, häckseln Sie das Material und mischen Sie gröberes Strukturmaterial dazu. Feuchtes Laub kompostiert schneller.
Die Blätter von Obstbäumen, Ulmen, Eschen, Ahorn, Linden und Holunder zersetzen sich schneller als jene von Buchen, Eichen, Kastanien, Nussbäumen, Nadelge-
hölzen oder als Blätter mit einer Wachsschicht. Bieten Sie verschiedenen Tieren einen Winter- oder Futterplatz an, indem Sie das Laub zusammen mit dem Astabschnitt unter Büschen und Hecken zu Haufen schichten.
11. Häckseln
Ihr Kompost braucht grobes, trockenes Material, sogenanntes Strukturmaterial als Beigabe zur Auf-lockerung und Feuchtigkeitsaufnahme. Dazu eignet
sich Ihr Baum- und Strauchschnitt genauso wie z.B. die Sägespäne des Meerschweinchens. Falls Sie nicht über einen eigenen Garten verfügen, aber dennoch z.B. im Hinterhof kompostieren, könnten Sie Ihren Weihnachts-
baum und den Ihrer Nachbarn häckseln lassen und sich so Ihren Häckselvorrat zulegen.
Falls Sie Pferdebesitzer in der Nähe kennen, fragen Sie diese doch, ob sie die alten Weihnachtsbäume (ohne Lametta und Kerzen) für ihre Pferde zum Knabbern haben möchten!