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Unterflur Bio-Klappe - eine Weltneuheit in Rheinfelden

Abfälle wäre bis vor Kurzen noch undenkbar gewesen und bei einem solchen Ansinnen hätte die Mehrheit der Gemeinderäte die Hände verworfen. Dies wird künftig nicht mehr zwingend der Fall sein. In Zusammenarbeit mit dem GAF, Biopower und der Stadt Rheinfelden entwickelte die UW-Tech.GmbH eine „Unterflur Bioklappe“, welche überall installiert werden kann, ohne dadurch die Qualität des Platzes zu beeinträchtigen, so geschehen auf dem Hauptwachplatz in Rheinfelden.
 

GAF-Vorstandes und Projektverantwortliche sind zufrieden

Dass das Vergären von Küchenabfällen dem Verbrennen vorzuziehen ist, ist nichts Neues und wurde schon seit Generationen praktiziert, Voraussetzung aber war bis vor kurzer Zeit ein eigener Garten mit einem Komposthaufen.

Der neuste Clou vom GAF
Seit 2006 ermöglicht der „Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung unteres Fricktal“ (GAF) allen Bewohnern eine umweltgerechte Entsorgung der Grünabfälle. Hat aber das Sammelsystem stetig bis zur sogenannten Bioklappe inklusive Biochübeli und vergärbarem Grünbeutel weiterentwickelt. Der neuste Clou des innovativen Verbandes ist nun die „Unterflur Bio-Klappe“, welche am Dienstag vor versammelter Presse auf dem Hauptwachplatz in Rheinfelden als Weltneuheit dem Betrieb übergeben wurde.      

„Ein idealer Platz für die Bewohner des Städtchens“, frohlockte GAF-Präsident Peter Scholer, „die Sammelstelle ist zentral und liegt am Wege der Zugbenutzer“, eine einfachere Entsorgung der täglichen Küchenabfälle sei kaum noch denkbar, so Scholer. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Rheinfelden und den am Projekt beteiligten Firmen und zeigt sich überzeugt, dass sich dieses, auf ein Jahr beschränkte Pilotprojekt, bewähren wird und eine positive Zukunft hat.    

Die „Unterflur Bio-Klappe“    
Das auf einer bewährten Mechanik beruhende System ist eigentlich simpel und doch gab es einige technische Hindernisse zu überwinden, wie von Hansjörg Urech von der Firma UW-Tech. GmbH zu erfahren war. In einer betonierten Bodenwanne ist auf einem Lift stehend ein normaler Container versenkt. Das Ganze wird von einer Stahlplatte überdeckt, worauf sich die Einwurfkanüle befindet. Zur Entsorgung des Sammelgutes muss also nur der Lift betätigt werden und schon kann der Grüngutcontainer, wie alle anderen auch, normal entleert werden.

Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass durch die „Tiefenlagerung“ die Abfälle der direkten Sonneneinstrahlung entzogen sind und dadurch weniger übelriechende Gerüche entstehen. Wie die übrigen Bioklappen im GAF-Gebiet wird aber auch diese von der Storchenstrasse Möhlin betreut und die Abfälle, zur Verhinderung von Geruchsbelästigungen, mit Steinmehl bestreut, erklärte Rudolf Derungs von der Storchenstrasse.  

Die Bio-Klappe    
Mit der Benutzerquote der Bio-Klappen zeigt sich Mike Keller von Biopower Nordwestschweiz zufrieden, man habe schon viele Menschen zu einem Spaziergang, hin zur Bio-Klappe motivieren können. Vielfach habe sich dort auch ein Treffpunkt, ähnlich wie früher beim „Milchhüsli“ entwickelt, ergänzte Peter Scholer. Das Potential sei aber noch lange nicht ausgeschöpft und der Aufklärungs- und Sensibilisierungsbedarf riesig, so Keller. Die Bio-Klappen werden bei den Gemeinden immer mehr zum Thema, daher ist sich Keller sicher, dass die Akzeptanz bei der Bevölkerung wächst und der Gang zur Bio-Klappe zur Selbstverständlichkeit wird.      

Und so funktioniert’s im GAF-Gebiet    
Der Haushalt sammelt seine Bio-Abfälle in einem Biochübeli, das mit einem vergärbaren Grünbeutel (Fassungsvermögen 5-8 Liter) ausgelegt ist. Ist das Chübeli voll, wird der Beutel verknotet und in die zentral platzierte Bioklappe gekippt. Zum Abkippen benötigt man eine spezielle Kreditkarte, mit der die Klappe geöffnet wird. Die speziellen Beutel sowie die Kreditkarte werden an die interessierten umliegenden Haushalte zu einem Preis von 50 Franken für 100 Klappenschläge inklusive 100 Gratisgrüngutsäckli abgegeben. Ein Klappenschlag kostet somit 50 Rappen. In Kaiseraugst ist die Benutzung der Bio-Klappe gar gratis.      

Abnehmer der Bio-Abfälle ist die Firma Biopower. Dort werden sie vergärt und in Kompost und Biogas umgewandelt. Das Biogas dient als Treibstoff oder kann via Gasturbine CO2-neutral verbrannt werden. Die Turbine erzeugt Strom und gibt Wärme ab.   

aus fricktal24.ch / 03.09.09


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